Was eine Praxis-Website für Therapeuten wirklich kostet
Die Angebote, die Therapeuten für eine Praxis-Website bekommen, streuen enorm. Manche Agenturen verlangen 3.000 bis 8.000 Euro für eine Einzelpraxis-Website. Manche Online-Baukästen werben mit kostenlos. Und dazwischen liegt eine Grauzone aus monatlichen Abo-Kosten, versteckten Plugin-Gebühren und dem Zeitaufwand, den niemand einrechnet.
Damit du weißt, wofür du bezahlst — und wofür nicht.
Option 1: Webdesign-Agentur
Wer eine Agentur beauftragt, zahlt dafür dass jemand anderes die Arbeit macht. Das klingt attraktiv — ist es in manchen Situationen auch. Aber es gibt ein paar Dinge, die man vorher wissen sollte.
Der typische Preisrahmen für eine professionelle Therapeuten-Website durch eine Agentur liegt zwischen 2.500 und 6.000 Euro für die initiale Erstellung. Dazu kommen laufende Kosten für Hosting (meistens 20 bis 60 Euro pro Monat), gelegentliche Anpassungen (werden oft nach Stunden abgerechnet, typisch 80 bis 120 Euro pro Stunde) und das Update der Datenschutzerklärung wenn sich rechtlich etwas ändert.
Was dabei oft fehlt: Agenturen kennen selten die spezifischen Anforderungen von Heilberufen. Das Impressum braucht Approbationsbehörde und Kammerzugehörigkeit. Das Kontaktformular muss den Anforderungen von Artikel 9 DSGVO gerecht werden, weil Gesundheitsdaten eine eigene Kategorie bilden. Und die Texte müssen innerhalb des Heilmittelwerbegesetzes bleiben. Das sind Dinge, die du der Agentur erklären musst — und für die du am Ende trotzdem selbst verantwortlich bist.
Wann es sich lohnt: Wenn du eine komplexe Website mit vielen individuellen Seiten willst, bereits ein klares Bild vom Design hast und keine Zeit für irgendwelche technischen Aspekte aufwenden möchtest. Und wenn das Budget vorhanden ist. Worauf es beim ersten Eindruck deiner Praxis-Website ankommt, beschreiben wir in einem eigenen Artikel.
Option 2: WordPress selbst aufsetzen
WordPress betreibt rund 40 Prozent aller Websites weltweit. Die Software ist kostenlos, die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt — und der Aufwand wird von den meisten unterschätzt.
Die direkten Kosten sind überschaubar: Hosting bei einem deutschen Anbieter kostet zwischen 5 und 15 Euro pro Monat. Ein gutes Theme zwischen 50 und 100 Euro einmalig. Dazu kommen Plugins für Datenschutz, Kontaktformulare, Backups und SEO — jeweils 0 bis 80 Euro pro Jahr, je nachdem ob man die kostenlosen Versionen nimmt oder die Premium-Varianten braucht.
Der echte Preis ist Zeit. Wer WordPress noch nie benutzt hat, investiert realistisch 20 bis 40 Stunden allein für Einrichtung, Design und die ersten Inhalte. Und danach gibt es regelmäßige Updates, Sicherheitsfragen und den gelegentlichen Plugin-Konflikt der die Seite lahmlegt.
DSGVO-Konformität ist bei WordPress nicht automatisch gegeben. Google Fonts werden standardmäßig extern geladen — das war der Auslöser für eine Abmahnwelle in 2022, die viele Praxen überraschend erwischt hat. Das Impressum muss man selbst schreiben. Die Datenschutzerklärung generiert man über externe Generatoren und überarbeitet sie jedes Mal wenn sich etwas ändert.
Wann es sich lohnt: Wenn du technisch versiert bist oder jemanden im Umfeld hast der es ist, wenn du maximale Kontrolle über jedes Detail willst und die Zeit für Einrichtung und laufende Pflege vorhanden ist.
Option 3: Allgemeiner Website-Baukasten (Wix, Jimdo)
Die bekannten Baukästen sind einfach zu bedienen und günstiger als eine Agentur. Wix kostet im relevanten Tarif ab etwa 13 Euro pro Monat, Jimdo ab 11 Euro. Wie die Baukästen im Detail gegeneinander abschneiden, beschreibt unser Vergleich von Wix, WordPress, Jimdo und Therapendo.
Das Problem für Therapeuten liegt weniger beim Preis als bei den Lücken. Die Server stehen bei Wix überwiegend in den USA — bei Gesundheitsdaten ein ernstes DSGVO-Thema. Das Impressum generiert kein Tool automatisch mit den Pflichtangaben für Heilberufe. Und die Kontaktformulare übermitteln Anfragen unverschlüsselt per E-Mail, was bei sensiblen Patientendaten problematisch ist.
Das bedeutet nicht, dass es nicht geht. Aber es bedeutet, dass du diese Lücken selbst schließen musst — und dafür wieder Zeit und Wissen brauchst, das nicht im Preis enthalten ist.
Wann es sich lohnt: Wenn du eine einfache Informationsseite ohne Kontaktformular brauchst und die DSGVO-Anforderungen selbst im Griff hast.
Option 4: Spezialtool für Heilberufe
Der vierte Weg ist ein Tool, das von Anfang an für den therapeutischen Kontext gebaut wurde. Therapendo kostet im Starter-Tarif dauerhaft nichts — inklusive einer vollständigen Praxis-Website mit bis zu 10 Anfragen pro Monat. Der Praxis-Tarif für unbegrenzte Anfragen und eigene Domain liegt bei 24 Euro pro Monat.
Was das Kosten-Nutzen-Verhältnis hier anders macht: Die Dinge, für die man anderswo extra zahlt oder extra Zeit aufwendet, sind eingebaut. Das Impressum wird aus deinen Praxisdaten automatisch generiert — mit allen heilberufspezifischen Pflichtangaben. Die Datenschutzerklärung ebenfalls. Die Server stehen in Frankfurt. Das Kontaktformular verschlüsselt Anfragen Ende-zu-Ende, sodass Patientendaten nicht ungesichert durch irgendwelche Mail-Server laufen. Und alle Anfragen landen in einem strukturierten Dashboard statt in deiner E-Mail-Inbox.
Der Zeitaufwand bis die Website online ist: realistisch ein Nachmittag. Nicht weil man Abstriche macht, sondern weil die Struktur schon da ist. Was genau auf die Seite gehört — und was du dir sparen kannst — beschreibt unser Artikel Praxis-Website erstellen: Was Therapeuten wirklich brauchen. Und für die volle Online-Präsenz lohnt sich zusätzlich ein Google Business Profil.
Der Kostenvergleich auf einen Blick
| Agentur | WordPress | Wix / Jimdo | Therapendo | |
|---|---|---|---|---|
| Einrichtungskosten | 2.500–6.000 € | 50–100 € (Theme) | 0 € | 0 € |
| Monatliche Kosten | 20–60 € (Hosting + Wartung) | 5–30 € (Hosting + Plugins) | 11–23 € | 0–24 € |
| Zeitaufwand Einrichtung | 2–5 Std. (Briefing) | 20–40 Std. | 4–8 Std. | 1–2 Std. |
| Laufender Zeitaufwand | gering (Agentur übernimmt) | 2–4 Std./Monat | 1–2 Std./Monat | minimal |
| DSGVO ab Werk | selten | nein | nein | ja |
| Impressum Heilberufe | manuell | manuell | manuell | automatisch |
| Verschlüsselte Anfragen | selten | per Plugin | nein | ja (E2E) |
| Anfrage-Dashboard | nein | nein | nein | ja |
Die Rechnung, die oft fehlt
Alle direkten Kosten sind vergleichbar gut zu recherchieren. Was bei den meisten Vergleichen fehlt, ist der Zeitfaktor.
Eine Stunde, die du mit WordPress-Problemen, Datenschutzgeneratoren oder Agentur-Briefings verbringst, ist eine Stunde die du nicht für Patienten da bist — oder für dich. Bei einem Stundensatz von 100 Euro kostet ein Wochenende WordPress-Einrichtung schnell mehr als ein Jahr Therapendo.
Das ist keine Werbebotschaft, sondern schlicht Arithmetik. Jedes Tool hat seinen Platz. Aber der Platz eines Spezialtools ist genau dort, wo du dich nicht mit den Nebenschauplätzen beschäftigen willst.
